Besenreiserverödung

Was sind Besenreiservarizen?

Besenreiservarizen, auch als Spinnenvenen bezeichnet, sind feine, in der Haut liegende Gefäßerweiterungen ohne ernsthafte Konsequenzen, jedoch häufig sehr ausgedehnt und unansehnlich.
Sie können in Zusammenhang mit ausgeprägten Krampfadern aufgrund einer Bindegewebsschwäche auftreten, aber auch ohne andere Venenveränderungen vorhanden sein.
In der Regel machen sie keine Beschwerden, selten werden vom Patienten Brennen oder Schmerzen angegeben. Jedoch stellen sie häufig und im Besonderen für Frauen ein großes kosmetisches Problem dar.

Was passiert bei einer Verödung von Besenreiservarizen im Körper?

Durch Einspritzen eines Verödungsmittels (Sklerosierungsmittel), z. B. Aethoxysklerol mittels einer kleinkalibrigen Nadel in das erweiterte Gefäß, kommt es zu einer Mikroschädigung an der Gefäßinnenwand mit leichter nachfolgender Entzündung. Dadurch verkleben die Gefäßwände, so dass kein Blut mehr hindurchfließen kann und die Varize verschwindet.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Die Beine werden zunächst hochgelagert. Nach Aufsuchen der behandlungsbedürftigen Besenreiser wird eine 0,5- bis maximal 2-prozentige Aethixysklerollösung mittels einer sehr feinen Nadel in das Gefäß injiziert. Besenreiservarizen liegen in den obersten Hautschichten, so dass tiefe Injektionen nicht erforderlich sind. Nach Entfernen der Kanüle werden die betroffenen Stellen mit kleinen Watteröllchen und Pflaster abgeklebt und danach wird das Bein von den Zehen bis oberhalb der höchsten Injektionsstelle gewickelt. Diese Maßnahmen erfolgen, um eine möglichst gleichmäßige und intensive Kompression zu erlangen. Der Verband inklusive der Watteröllchen sollte für zwei Tage am Bein verbleiben und kann dann entfernt werden. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen für weitere zwei bis drei Wochen wirkt sich positiv aus, ist aber bei sehr feinen Besenreisern nicht unbedingt erforderlich.

Wie oft muss eine Besenreiserverödung durchgeführt werden?

In der Regel werden so viele Besenreiser in einer Sitzung verödet, wie es medizinisch vertret-
bar ist. Eine zu große Menge Aethoxysklerol könnte unter Umständen kreislaufbelastend sein.
Werden in der ersten Sitzung nicht alle Besenreiser erwischt, erfolgt nochmals eine Nach-
behandlung. Da Besenreiser gerne an anderen Stellen wieder auftreten, ist es sinnvoll ggf. jährlich neu entstandene Stellen zu veröden, um einen dauerhaften kosmetischen Erfolg zu garantieren.

Was muss nach einer Behandlung beachtet werden?

Zur Sicherung des Therapieerfolges ist ein längerer Spaziergang nach einer Verödungs-
behandlung anzuraten. Dadurch wird die Muskelpumpe in den Beinen aktiviert und der venöse Rückstrom gefördert. Außerdem sollte UV- oder Sonnenbankeinstrahlung an den behandelten Stellen für ca. sechs bis acht Wochen unterbleiben, um eine bräunliche Pigmentveränderung der Haut möglichst zu vermeiden. Daher bevorzugen die meisten Patienten eine Verödungs-
behandlung während der Herbst- und Wintermonate.

Welche Risiken bestehen bei der Behandlung?

Bei Beachtung der angegebenen Verhaltensmaßregeln wird die Besenreiserverödung im Allgemeinen gut vertragen. Die Injektion von Aethoxysklerol kann leichte ziehende Schwerzen verursachen ggf. auch leichtes Brennen. Nach der Behandlung kann es infolge der Gefäßentzündung gelegentlich zu einer Überwärmung und leichten Schmerzen kommen. Da die Besenreiservarizen aber sehr zart sind, tritt diese Nebenwirkung äußerst selten auf. Thrombosen der tiefen Beinvenen nach Besenreiserverödung können prinzipiell entstehen, sind aber extrem selten.
Pigmentveränderungen sind möglich, besonders bei ausgeprägtem Befund und schon langen bestehenden Besenreisern.

Wer darf eine Besenreiserverödung nicht durchführen lassen?

Eine Verödungstherapie von Besenreisern sollte nicht durchgeführt werden:

  • bei Patienten mit tiefer Beinvenenthrombose
  • bei Patienten mit schweren konsumierenden Erkrankungen, z. B. Tumorerkrankungen
  • bei Patienten mit diabetischer Mikroangiopathie (Veränderungen der kleinsten Blutgefäße infolge Zuckerkrankheit)
  • bei Patienten mit arteriellen Durchblutungsstörungen zweiten Grades
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